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Wie sich Unternehmen im Internet mehr Gehör verschaffen können

 

Erschienen in: Ensuite Nr. 164, August 2016 / Von Philipp Koller

Für Kunstgalerien, aber auch für Künstlerinnen und Künstler ist das Internet längst erweitertes Schaufenster und Atelier. Eigene Webseiten und Social-Media-Kanäle gehören heute zum Standard, um über die Pflege des eigenen Netzwerkes hinaus auch ein weiteres Umfeld zu erreichen. Oft wird diese Arbeit nebenbei geleistet, auf Facebook Ausstellungen dokumentiert und die «Freunde» zu Vernissagen eingeladen. Grosse Galerien und prominente Künstler integrieren Social Media konsequent in ihre Arbeit und verzeichnen stetig wachsende Communities.

 

Nicht selten wird die Netzwerkpflege über das Internet jedoch als notwendiges Übel angesehen, über dessen Nutzen man sich aufgrund der allgegenwärtigen Dauerbeschallung durch Posts, Tweets und Blogeinträge nicht ganz im Klaren ist. Dazu kommt eine gewisse Ambivalenz seitens der Künstlerinnen und Künstler.

Bestätigung für künstlerisches Schaffen

Der in London lebende Zürcher Frank Fischer gibt etwa zu bedenken: «Ich will diese Plattformen weniger zur Selbstinszenierung nutzen, vielmehr möchte ich zeigen, dass Kunst ein Teil meines Lebens ist.» Und der Fotograf Kaspar Ruoff aus Brugg ist der Meinung, dass Social Media ihm als Künstler zwar Grenzen in der Gestaltung setzen, er aber von der Einfachheit, Kontakte herzustellen, profitiere. Dabei würde er professionelle Unterstützung durch Galerien begrüssen. Auf den Punkt bringt es schliesslich die in Warschau tätige Lan Maria Bui: «Leute wie ich sind ein silberner Faden zwischen getrennten Welten. Social Media haben das Potenzial, neue Materialen, Inhalte und Erfahrungen in verbindender Weise zu schaffen.»

 

Gerade die Fülle an Kanälen, Blogs, Plattformen und Exponenten im Kunstbereich führt die Online-Kommunikation für Institutionen des Kunstmarktes nun auf eine Ebene, die man sich mit entsprechenden Strategien gezielt zunutze machen könnte. Dann etwa, wenn man sich als Künstler oder Künstlerin oder als Galerie gezielt mit anderen Kanälen vernetzen und seine Botschaften dort einbringen möchte, wo sie Gehör finden und etwas bewirken. Dieser Meinung ist auch Frank Fischer: «Für publikumsorientierte Galerien und Installationskünstler sind diese Plattformen eine unglaubliche Bereicherung! Der Austausch, der sich in ihren aktiv betreuten Foren vollzieht, ist für sie vielfach Bestätigung, dass ihr Schaffen etwas bewegt.»

 

Beobachten, Orientieren, Entscheiden, Handeln

Um dies vollständig für die strategische Positionierung auszuschöpfen, braucht es freilich eine passende Strategie. Diese lässt sich beispielsweise in die Phasen «Beobachten», «Orientieren», «Entscheiden» und «Handeln» einteilen.

 

In der Beobachtungsphase werden sodann die Kanäle  beobachtet, präsente Themen eruiert sowie festgehalten, wer was auf welchen Plattformen sagt. In der nachfolgenden Orientierungsphase werden die individuell für relevant erachteten Themen gefiltert und daraus Meinungsbildner, Netzwerke und Plattformen abgeleitet, mit denen man sich vernetzen möchte. Dabei ist es auch wichtig, zu erkennen,

MANAGEMENT SUMMARY

 

Am Beispiel des  Kunstmarktes erläutert der Artikel einen Ansatz für eine strategische Positionierung im Internet. Das Vorgehen gliedert sich in die vier Schritte: Beobachten, Orientieren, Entscheiden, Handeln. Möglich wird dies durch gezieltes Digital Targeting, das ein simultanes Social-Media-Monitoring, Mapping und Reporting von verschiedenen Internet-Kanälen wie Facebook, Twitter, LinkedIn, Blogs und WordPress-Sites beinhaltet.

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in welcher Kadenz die Themen lanciert werden. Hat man sich hier einen Überblick verschafft, geht es in der anschliessenden Ent- scheidungsphase darum, das Eigenbild von sich festzulegen. Im Einzelnen also um Fragen wie: Mit welchen eigenen Themen möchte ich wahrgenommen werden? Welche Meinungsbildner möchte ich auf mich aufmerksam machen? Welchen Netzwerken will ich mich anschliessen und von welchen möchte ich mich bewusst abgrenzen? Auch gilt es, hier zu entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt wäre, um diese Botschaften anzubringen etwa vor Kunstmessen wie der Art Basel, der Biennale oder im Zuge aufkommender Trends. In der Handlungsphase geht es schliesslich um die konsequente Umsetzung der getroffenen Entscheide. Also darum, sich konkret zu den festgelegten Themen zu äussern und mit Meinungsbildnern in Kontakt zu treten.

 

Orientierung durch effizientes Social-Media-Monitoring

Die beiden Abbildungen zeigen zum Beispiel Unterthemen, die in Zusammenhang mit Kunst und humanitären Themen auf verschiedenen Plattformen wie Twitter, Facebook usw. in Deutschland, Österreich und der Schweiz erwähnt werden (oben); und die einflussreichsten Autoren zu besagten Themen auf Twitter (unten).

 

Langfristige Wirkung

Es liegt auf der Hand, dass ein solches Vorgehen keine Ad-hoc-Aktion sein kann bzw. sein darf. Es braucht zudem seine Zeit, bis diese Massnahmen greifen können. Vielen Kunstschaffenden fällt es schliesslich schwer, sich und ihr Werk marketingmässig in den Vordergrund zu stellen. Doch für Galerien, die ein bestimmtes Publikum ansprechen wollen und von ihm mit progressiven Themen wahrgenommen werden möchten, kann dies ein wertvoller Weg sein. Ebenso wäre es an diesen Galerien, ihre Künstler in den gewünschten Kanälen zu positionieren. Eine Funktion, die dem globalen Kunstmarkt im Internet sowie dem übersättigten Kunstmessen-System mehr und mehr geschuldet ist und von demjenigen am besten erfüllt wird, der das Meer an Themen, Kanälen und Playern überblickt und für sich fruchtbar macht.

Das Bild zeigt die einflussreichsten Twitterer zum Thema «Kunst im humanitären Bereich».

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